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G20 auf Bali: Präsident Widodo warnt vor einem neuen Kalten Krieg

Indonesiens Präsident Joko Widodo hat die Staats- und Regierungschefs aufgefordert, trotz wachsender Differenzen im Interesse der Menschheit Verantwortung zu zeigen. Seiner Ansicht nach bedeutet das, keine "Nullsummenspiele" zu schaffen.

Zum Auftakt des G20-Gipfels hat der indonesische Präsident Joko Widodo als Gastgeber auf die Gefahr einer neuen Spaltung der Welt hingewiesen.

"Wir sollten die Welt nicht in Teile aufteilen. Wir dürfen nicht zulassen, dass wir in einen neuen Kalten Krieg geraten."

Die Verstärkung der globalen Rivalitäten könne zu jener Art der Konfrontationen führen, welche die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt hat, hieß es.

"Wir haben eine Verantwortung für die Völker der Welt", appellierte Widodo an die Teilnehmer der Veranstaltung. Verantwortlich zu sein bedeute auch, dass man den Krieg beenden müsse. Wenn der Krieg nicht ende, wird es für die Welt schwierig sein, voranzukommen, sagte der indonesische Staatschef, ohne jedoch explizit auf die Ukraine zu verweisen.

Widodo betonte zudem, dass die Welt sich derzeit enormen Herausforderungen ausgesetzt sieht und eine Krise nach der anderen erlebe. Die Auswirkungen seien auch bei der Lebensmittel- und Energieversorgung sehr stark spürbar.

Der indonesische Präsident forderte sofortige Schritte, um gegen die Lebensmittelengpässe und die Knappheit an Düngemitteln auf dem Weltmarkt vorgehen zu können. Beide Probleme wurden durch Sanktionen gegen Russland verschärft, die die westlichen Staaten nach dem Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine verhängt hatten. Die russische Seite gab ihrerseits bekannt, Russland sei weitgehend nicht in der Lage, Getreide und Düngemittel zu exportieren, da die Versicherungen für Handelsschiffe und Hafendienste den Strafmaßnahmen unterlägen.

Vor dem G20-Gipfel hatte sich Widodo dem Druck aus dem Westen widersetzt und es abgelehnt, den russischen Präsidenten Wladimir Putin auszuladen. Putin lehnte Widodos Einladung schließlich ab und ließ sich von Außenminister Sergei Lawrow vertreten. Zum Bündnis der G20 gehören 19 Länder und die Europäische Union. Die Gruppe steht für knapp zwei Drittel der Weltbevölkerung, drei Viertel des Welthandels und vier Fünftel der weltweiten Wirtschaftskraft.

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