PiS-Spitzenkandidat: "Lawine ukrainischer Lebensmittel muss gestoppt werden"
Przemysław Czarnek, der Spitzenkandidat der nationalkonservativen polnischen Partei PiS für das Amt des Ministerpräsidenten, hat am Donnerstag am Grenzübergang Dorohusk eine erhebliche Verschärfung der Handelspolitik gegenüber der Ukraine gefordert. Die bestehende Importsperre für ukrainisches Getreide müsse zwingend bestehen bleiben und zudem konsequent auf verarbeitete Lebensmittel ausgeweitet werden.
Zur Begründung verwies Czarnek auf drastisch gestiegene Importmengen, die eine massive Gefahr für die polnischen Landwirte darstellten. So stiegen die Importe von Rapsöl von 26.000 Tonnen im Jahr 2022 auf rund 70.000 Tonnen jährlich, während bei gefrorenen Himbeeren ein Zuwachs von 70 Prozent verzeichnet wurde. Zudem legten die Eierimporte im Jahr 2025 um fast 90 Prozent zu und die Importe von Butter verzeichneten sogar einen sprunghaften Anstieg um 371 Prozent. Neben der Ausweitung des Embargos verlangte der PiS-Politiker deutlich schärfere und lückenlose Grenzkontrollen, um den polnischen Agrarmarkt vor unfairer Konkurrenz zu schützen.
Die Forderungen stehen im Kontext der langfristigen Mobilisierungsstrategie für die nächsten Parlamentswahlen in Polen, die verfassungsgemäß spätestens am 11. November 2027 stattfinden sollen. Nach dem Machtverlust der PiS im Jahr 2023 dient das hochemotionale Thema der ukrainischen Agrarimporte als zentraler Hebel im beginnenden Dauerwahlkampf.
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