Meinung

25 Jahre nach 9/11 ‒ Die offenen Fragen von Ground Zero (Teil I)

Ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen vom 11. September bleiben zentrale Fragen zum Einsturz der Türme unbeantwortet. Dieser erste Teil einer Miniserie beleuchtet unter anderem die ungewöhnliche Hast bei der bewachten Stahlentsorgung sowie die verdächtigen Funde im Gebäudestaub der Türme.
25 Jahre nach 9/11 ‒ Die offenen Fragen von Ground Zero (Teil I)Quelle: Gettyimages.ru © Gary Hershorn

Von Rainer Rupp

Am 11. September jährt sich der größte Terroranschlag in der Geschichte der USA zum 25. Mal. An diesem Tag wurden knapp 3.000 unschuldige Menschen ermordet. Zudem starben viele mutige Helfer, zum Beispiel von der New Yorker Feuerwehr, bei ihren Versuchen, in dem apokalyptischen Chaos der zusammenbrechenden Türme des World Trade Centers zu helfen. Aber trotz dieses nur schwer vorstellbaren, infernalen Ereignisses ist dieser Massenmord inmitten einer US-Metropole kein einziges Mal seriös, das heißt frei von politischer Einflussnahme und Steuerung, untersucht worden.

Kein einziges Mal im vergangenen Vierteljahrhundert wurde akribisch ermittelt, kein einziges Mal wurde untersucht, weshalb die gigantischen Stahlträger der Türme an den tragenden Stellen wie Butter in der Sommerhitze geschmolzen sind. Stattdessen wurden die Reste der Stahlträger sorgfältig aus dem Schutt geborgen und teils unter staatlicher Bewachung schnell weit weg in asiatische Länder zur Verschrottung verschifft*. Auffällig war dabei die Dringlichkeit, mit der diese Operation durchgeführt wurde, was natürlich die Frage aufwirft, ob verhindert werden sollte, dass neugierige Materialwissenschaftler die Bruchstellen untersuchen konnten.

Zeitgenössische Berichte aus dem Jahr 2002, zum Beispiel in Waste360, CNN, Deseret News, Rediff und anderen Medien meldeten, dass der WTC-Stahlschrott zum Spottpreis von circa 120 US-Dollar pro Tonne von Firmen wie Metal Management und Hugo Neu Schnitzer nach Asien verschifft wurde. Dabei wurden einige Schiffe beim Beladen von der US Coast Guard bewacht. Zugleich wurde eine "unnatürliche" Dringlichkeit bei der Räumung von Ground Zero festgestellt. Später kritisierten Ingenieure sowie Angehörige der Opfer, dass zu wenig Stahl für forensische Untersuchungen gesichert worden sei.

Tatsächlich erhielt das staatliche National Institute of Standards and Technology (NIST) nur einen kleinen Teil des Stahlschrotts (236 Einzelstücke) zur Untersuchung. Eigene NIST-Berichte hielten später fest, dass nur ein sehr kleiner Bruchteil des Stahls tatsächlich für die forensische Untersuchung gesichert und analysiert werden konnte. Hier der direkte Link zum NIST-Bericht.

Der riesige Berg von Schutt und Staub, den die eingestürzten Türme hinterlassen haben, war nicht so schnell zu entsorgen. So konnte nicht verhindert werden, dass umfangreiche Proben des Gebäudestaubs gesammelt und an interessierte Materialwissenschaftler rund um die Welt verschickt wurden. Und in diesem Staub wurden Spurenelemente einer Mischung aus Chemikalien gefunden (**), mit denen ein hochmodernes, extrem energiereiches Material hergestellt werden kann, das unter anderem für militärische Anwendungen erforscht wird. Die zentrale Quelle dazu ist der Aufsatz "Active Thermitic Material Discovered in Dust from the 9/11 World Trade Center Catastrophe" von Niels H. Harrit, Steven E. Jones und anderen, veröffentlicht im Jahr 2009 im Open Chemical Physics Journal.

Die Autoren, darunter Niels Harrit, ein dänischer Chemiker und damaliger außerordentlicher Professor an der Universität Kopenhagen, und der Physiker Steven Jones, berichten darin von ihren Untersuchungsergebnissen der WTC-Staubproben. Dabei hatten sie "rot-graue Chips" gefunden, die sie als "unreagiertes Nano-Thermit" (auch Super-Thermit genannt) interpretierten. Das ist eine nanostrukturierte Mischung aus Eisenoxid und Aluminium, die bei niedrigerer Temperatur energiereich reagieren kann. Nanothermit wird in Militärlaboren (zum Beispiel Lawrence Livermore) erforscht und kann als energetisches Material mit brandstiftenden oder explosiven Eigenschaften eingesetzt werden.

In dieser staubigen Hinterlassenschaft der 9/11-Türme wurde damit ein weiterer Hinweis auf die bereits unmittelbar nach dem Anschlag gemachte Feststellung von Augenzeugen gefunden, dass die Türme nicht durch die Flugzeuge, die in die oberen Stockwerke gerast waren, zum Einsturz gebracht wurden, sondern eher durch fachmännisch kontrollierte Explosionen, die sicherstellten, dass die Türme nicht zur Seite kippten, sondern auf ihrem eigenen Grundriss in sich selbst zusammenbrachen. Diese Behauptung wurde auch durch das umfangreich vorhandene Videomaterial untermauert, das in Zeitlupe zeigt, wie in schneller Reihenfolge in den darunter liegenden Etagen simultan die Fenster nach außen geblasen wurden, was laut Experten zweifellos auf Explosionen hinweist. Dadurch sei der beobachtete Zusammenbruch der Türme – ohne Stottern oder sonstige Unterbrechungen – überhaupt erst ermöglicht worden, argumentieren kritische Statiker und Architekten.

Diese Behauptung wird vor allem von "Architects & Engineers for 9/11 Truth" (AE911Truth) vertreten, einer Gruppe um den Architekten Richard Gage. In ihren Videos, Berichten und Präsentationen (zum Beispiel "Beyond Misinformation", Dokumentationen und Vorträgen) werden Zeitlupenaufnahmen der Einstürze gezeigt und die Ausstöße ausdrücklich als "demolition squibs" (Abriss-Sprengladungen) gedeutet. Experten aus diesem Kreis behaupten, dies sei "zweifelsfrei" ein Hinweis auf Sprengungen. Die Webseite von "Architects & Engineers for 9/11 Truth" gibt es auch in einer deutschsprachigen Version mit Artikeln, Videos und Diskussionen.

In den regierungsoffiziellen US-Untersuchungsberichten (NIST, FEMA, 9/11-Kommission) finden sich dagegen keine Belege für Sprengungen. Die Möglichkeit eines solchen Tathergangs wurde dabei nicht eingehend untersucht.

In Teil II geht es um die Widersprüche in den offiziellen Berichten und Behauptungen, die erklären sollen, warum der Einsturz der WTC-Türme 1 und 2 mit einer Geschwindigkeit geschah, die nur um wenige Sekunden vom "freien Fall" abweicht, was nach Ansicht von Kritikern auf nur geringe Widerstände in der Baustruktur hindeutet, die den Fall hätten verlangsamen können. Kritische Ingenieure, Architekten und Statiker sehen darin einen weiteren Beweis für eine kontrollierte Sprengung. Das staatliche National Institute of Standards and Technology (NIST) der USA hat dafür eine andere, kuriose Erklärung.

Quellen:

* unter anderem: Waste360: "World Trade Center Scrap Metal Heads to India and China" (Jan. 2002), CNN: "Ground Zero steel China-bound" (Jan. 2002), Deseret News / Rediff-Berichte über Lieferungen nach Indien und Malaysia

** Die zentrale Quelle ist der Aufsatz "Active Thermitic Material Discovered in Dust from the 9/11 World Trade Center Catastrophe" von Niels H. Harrit, Steven E. Jones u. a. (2009), veröffentlicht im Open Chemical Physics Journal.

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