Nahost

Liveticker Iran-Krieg: USA erhöhen Druck auf Verbündete - "Zeit des Trittbrettfahrens ist vorbei"

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
Liveticker Iran-Krieg: USA erhöhen Druck auf Verbündete - "Zeit des Trittbrettfahrens ist vorbei"
  • 24.04.2026 17:28 Uhr

    17:28 Uhr

    Merz stellt Iran Sanktionslockerung in Aussicht – bei Einlenken

    Bundeskanzler Friedrich Merz hat Iran die Lockerung einiger Sanktionen in Aussicht gestellt. Bedingungen dafür seien die dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus, das Ende des iranischen Atomprogramms und die Sicherheit Israels, sagte Merz nach dem EU-Gipfel in Zypern. Die Lockerung der Sanktionen könne ein Teil eines Prozesses sein, "an dem wir jetzt auf diese Weise jedenfalls beteiligt sind", so Merz. Dem habe beim Gipfeltreffen auch niemand widersprochen, der Vorschlag sei im Gegenteil auch von anderen Staats- und Regierungschefs vorgebracht worden. Gleichzeitig drohte der Kanzler, die EU-Sanktionen zu verschärfen, wenn Teheran nicht einlenkt. Iran spiele auf Zeit, deswegen müsse der Druck erhöht werden.

  • 17:15 Uhr

    USA halten Besatzungen beschlagnahmter Tanker weiter fest

    Die Besatzungen dreier in dieser Woche von den USA beschlagnahmten Tanker befinden sich weiter in US-Gewahrsam. Das hat Generalstabschef Dan Caine mitgeteilt. Bei einer Pressekonferenz sagte er zudem, man werde weiterhin "ähnliche maritime Interventionsaktionen und Aktivitäten im Pazifik und im Indischen Ozean gegen iranische Schiffe und Schiffe der Schattenflotte vornehmen". Zu dem ersten am Sonntag festgesetzten Handelsschiff, der Tousca, sagte Caine, dessen Besatzung habe Warnungen über einen Zeitraum von sechs Stunden wiederholt ignoriert. Als sie auch auf mehrere Warnschüsse nicht reagiert hätten und alle anderen Mittel ausgeschöpft gewesen seien, sei das Schiff durch gezielten Beschuss des Maschinenraums und des Antriebsbereichs gestoppt worden.

  • 17:08 Uhr

    Schweiz öffnet Botschaft in Iran schrittweise wieder

    Die Schweiz öffnet nach einer vorübergehenden Schließung wegen Sicherheitsbedenken schrittweise wieder ihre Botschaft im Iran. Ein kleines Team von vier Mitarbeitern bereite in Teheran die Wiederaufnahme des Betriebs vor, teilt das Außenministerium mit. Die Vertretung war am 11. März wegen der prekären Sicherheitslage geschlossen worden. Der Schritt sei nach einer Risikoanalyse und in Absprache mit Iran sowie den USA erfolgt.

    Die Schweiz vertritt nach einer entsprechenden Vereinbarung die diplomatischen Interessen der USA in dem Land. Konsularische Dienstleistungen wie die Vergabe von Visa würden vorerst noch nicht angeboten. Der Kommunikationskanal zwischen Washington und Teheran sei auch während der Schließung offengehalten worden, hieß es weiter.

  • 16:30 Uhr

    Krieg gegen Libanon: UN-Büro sieht Hinweise auf Kriegsverbrechen Israels

    Das UN-Menschenrechtsbüro sieht Anzeichen für israelische Kriegsverbrechen im Libanon. Das Büro habe zahlreiche tödliche Angriffe auf Gesundheitspersonal und Journalisten dokumentiert, sagt Sprecher Thameen Al-Kheetan in Genf. Am Mittwoch habe das israelische Militär nach Berichten Sanitäter bei Hilfeleistungen behindert, nachdem eine Journalistin bei einem Angriff getötet und ein Fotograf verletzt worden war. "Medizinisches Personal, sei es militärisch oder zivil, sowie andere Zivilisten, darunter auch Journalisten, genießen nach dem humanitären Völkerrecht Schutz. Sie gezielt anzugreifen, würde ein Kriegsverbrechen darstellen", sagt der Sprecher.

    Das UN-Menschenrechtsbüro hat einen Bericht über die ersten drei Wochen der Angriffe Israels gegen die Hisbollah vorgelegt. "Unsere Analyse der groß angelegten Angriffe, des Beschusses und der Bodenoffensiven ergab, dass es bei den Operationen der israelischen Streitkräfte im Libanon zu direkten Angriffen auf Zivilisten, darunter auch medizinisches Personal, kam", erklärt Al-Kheetan. Die Zerstörung mehrstöckiger Wohnhäuser könne einen schweren Verstoß gegen das internationale Völkerrecht darstellen, ebenso die Vertreibung von mehr als einer Million Menschen. Das Gleiche gelte für die Raketenangriffe der Hisbollah in Nordisrael.

  • 15:50 Uhr

    USA erhöhen Druck auf Verbündete: "Zeit des Trittbrettfahrens ist vorbei"

    US-Kriegsminister Pete Hegseth kritisierte europäische und asiatische Länder am Freitag dafür, sich auf das US-Militär zu verlassen, um die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen, nachdem sie durch den Krieg gegen Iran blockiert worden war.

    "Europa und Asien haben jahrzehntelang von unserem Schutz profitiert, aber die Zeit des Trittbrettfahrens ist vorbei", sagte Hegseth auf einer Pressekonferenz am Freitag. 

    "Die USA und die freie Welt verdienen Verbündete, die leistungsfähig sind, die loyal sind und die verstehen, dass eine Allianz keine Einbahnstraße ist."

    "Wir nutzen die Straße von Hormus als Land kaum. Unsere Energie fließt nicht darüber, und wir haben genügend Energie."

    "Wir verlassen uns nicht auf Europa, aber sie brauchen die Straße von Hormus viel mehr als wir, und sie sollten vielleicht damit beginnen, weniger zu reden, weniger aufwendige Konferenzen in Europa abzuhalten und stattdessen ein Schiff bereitzustellen."

  • 15:15 Uhr

    London kontert mögliche US-Kursänderung zu den Falklandinseln wegen Iran-Krise

    Die britische Regierung hat bekräftigt, dass die Souveränität der Falklandinseln beim Vereinigten Königreich liegt. Hintergrund ist ein Bericht, wonach die USA ihre Haltung dazu im Zuge von Spannungen mit NATO-Partnern wegen des Iran-Kriegs überprüfen könnten.

    Eine interne Pentagon-E-Mail soll Optionen enthalten, Verbündete zu bestrafen, die den US-Kurs nicht unterstützen – darunter auch die Aussetzung der NATO-Mitgliedschaft Spaniens sowie die Aberkennung des britischen Anspruchs auf die Falklandinseln.

    Downing Street betonte hingegen, die Bevölkerung der Falklandinseln habe sich klar für den Verbleib beim Vereinigten Königreich ausgesprochen. Dieses Selbstbestimmungsrecht sei entscheidend, und an der britischen Position werde sich nichts ändern – unabhängig von der Haltung der USA.

    Frühere US-Regierungen haben die faktische Verwaltung der Inseln durch das Vereinigte Königreich zwar anerkannt, jedoch keine formelle Position zur Frage der Souveränität bezogen.

    BBC News hat das Pentagon wegen der gemeldeten Pentagon-E-Mail kontaktiert, konnte das Dokument jedoch nicht einsehen.

  • 14:30 Uhr

    Irans Außenminister reist nach Islamabad

    Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wird am Freitagabend in Islamabad erwartet. Er reist demnach in Begleitung einer kleinen Verhandlungsdelegation, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der pakistanischen Regierung. Vorgesehen seien Gespräche mit den USA. Ein US-Team für Logistik und Sicherheit befindet sich dem Bericht von Bloomberg zufolge bereits in Islamabad, um den Verhandlungsprozess vorzubereiten.

    Der Araghtschi hat zudem heute mit pakistanischen Vermittlern telefoniert. In getrennten Gesprächen mit dem pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, sowie mit Außenminister Ishaq Dar wurden laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Irna "regionale Entwicklungen und Themen im Zusammenhang mit der Waffenruhe" erörtert.

  • 13:30 Uhr

    Brisante Mail: Pentagon erwägt Ausschluss Spaniens aus der NATO wegen Iran-Krise

    Eine interne E-Mail des Pentagons skizziert Optionen der Vereinigten Staaten, NATO-Verbündete zu bestrafen, die nach US-Einschätzung die US-Operationen im Krieg gegen Iran nicht ausreichend unterstützt haben. Dazu gehören unter anderem die Aussetzung der Mitgliedschaft Spaniens in dem Bündnis sowie eine Überprüfung der US-Position zum britischen Anspruch auf die Falklandinseln, sagte ein US-Beamter gegenüber Reuters.

    Die politischen Optionen seien in einer Notiz detailliert beschrieben, in der Frustration über die Zurückhaltung oder Weigerung einiger Verbündeter zum Ausdruck komme, den USA im Iran-Krieg Zugang, Basierungsrechte sowie Überflugrechte – bekannt als ABO – zu gewähren, so der Beamte, der sich zu der E-Mail anonym äußerte.

    Diese sogenannten ABO-Rechte seien "nur das absolute Minimum für die NATO", wird aus dem Schreiben zitiert. Die Vorschläge kursieren demnach auf hoher Ebene im Pentagon. Eine der Ideen sieht vor, "schwierige" Staaten von wichtigen oder symbolträchtigen Posten im Bündnis fernzuhalten, berichtete Reuters.

    Der Konflikt hat die Spannungen im Bündnis deutlich verschärft. Präsident Donald Trump beklagt seit Wochen, europäische Partner hätten ihre Flotten nicht entsandt, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen, nachdem sie mit Beginn der Luftangriffe am 28. Februar für die Schifffahrt blockiert worden war. 

  • 13:00 Uhr

    Singapur importiert verstärkt russisches Öl wegen gestörter Lieferketten in Nahost

    Singapur ersetzt ausgefallene Lieferungen aus dem Nahen Osten zunehmend durch russisches Öl. Das ging aus einem Bericht der Financial Times unter Berufung auf Daten des Analysehauses Vortexa hervor. Auslöser ist demnach der Iran-Krieg, der die globalen Energiemärkte erschüttert.

    Singapur betreibt den weltweit größten Hafen für Schiffsbetankung und gilt nach Schanghai als Hafen mit dem zweitgrößten Containerumschlag weltweit.

    Nach Daten von Vortexa sind die Importe russischen Heizöls nach Singapur seit Beginn des Iran-Krieges sprunghaft angestiegen. Die im April gelieferte Menge betrug bereits mehr als das Doppelte des monatlichen Durchschnitts von 2025. 

    Während die Lieferungen aus der Golfregion nach Singapur im März und April auf zusammen 336.000 Barrel pro Tag zurückgingen – nach 522.000 Barrel pro Tag im Januar und Februar –, stiegen die russischen Lieferungen im selben Zeitraum von 372.000 auf 585.000 Barrel pro Tag.

    Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus haben die Energiepreise weltweit nach oben getrieben und zu Engpässen bei Kerosin und Bunkerkraftstoff – dem Treibstoff für Schiffe – geführt.

    Auch der Schiffsverkehr insgesamt in Singapur nimmt dem Bericht zufolge zu, da immer mehr Schiffe den Nahen Osten meiden. Laut BloombergNEF stieg die Zahl der Schiffsanläufe im März um sieben Prozent gegenüber dem Vormonat und um knapp 15 Prozent im Jahresvergleich.

  • 12:00 Uhr

    USA verbrauchen enorme Mengen an für einen China-Krieg vorgesehener Munition

    Die Vereinigten Staaten haben im Krieg mit Iran einen großen Teil ihres Waffenarsenals verbraucht. So setzten sie seit Beginn des Konflikts in nur zwei Monaten Munition im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar ein und brauchten große Teile ihrer Bestände auf.

    Der andauernde Krieg mit Iran dauert bislang kaum acht Wochen, doch in dieser Zeit haben die USA laut einem Bericht der New York Times eine außergewöhnlich hohe Zahl an Raketen eingesetzt.

    Demnach seien über tausend Präzisions- und bodengestützte Raketen im Krieg abgefeuert worden, was die US-Bestände erheblich reduziert und bei Abgeordneten sowie im Verteidigungsministerium Besorgnis ausgelöst habe.

    "Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar haben die Vereinigten Staaten rund 1.100 ihrer weitreichenden Stealth-Marschflugkörper verbraucht, die eigentlich für einen möglichen Krieg mit China vorgesehen waren – nahezu die gesamte verbleibende Menge im US-Arsenal", heißt es in dem Bericht. "Das Militär hat mehr als 1.000 Tomahawk-Marschflugkörper eingesetzt, etwa zehnmal so viele, wie es derzeit jährlich neu beschafft."

    Munition wurde in einem solchen Umfang verbraucht, dass Bomben aus den Kommandostrukturen in Asien und Europa verlegt werden mussten, um den Bedarf der USA zu decken. Trump war laut Berichten gezwungen, neue Wege für eine schnellere Produktion zu finden, um auf die schwindenden Ressourcen in den ausländischen Kommandobereichen zu reagieren.

    Die hohen Kosten des Krieges, die von einigen auf rund eine Milliarde US-Dollar pro Tag geschätzt werden, setzen sich zu einem großen Teil aus Rüstungsausgaben zusammen. Nach Angaben von Verteidigungsbeamten entsprachen allein in den ersten beiden Tagen des Iran-Krieges eingesetzte Munition und Waffen einem Wert von 5,6 Milliarden US-Dollar. Weitere Kosten entstanden zudem durch im Gefecht beschädigte Flugzeuge.

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