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Blutiger Karfreitag mit 150 Verletzten in Jerusalem – Israelische Einheiten stürmen Al-Aqsa-Moschee

Am Freitag fielen Ostern, Ramadan und Pessach zusammen. Dabei entlud sich die angespannte Atmosphäre in Ausschreitungen auf dem Tempelberg in Jerusalem. Israelische Einheiten drangen in die Al-Aqsa-Moschee ein. Insgesamt wurden 150 Palästinenser verletzt, 300 festgenommen.
Blutiger Karfreitag mit 150 Verletzten in Jerusalem – Israelische Einheiten stürmen Al-Aqsa-MoscheeQuelle: www.globallookpress.com © Ilia Yefimovich

Erneut kam es am Karfreitag zu einer Gewalteskalation in Nahost. Zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern kam es auf dem für Juden und Muslimen heiligen Tempelberg in Jerusalem zu heftigen Auseinandersetzungen. Nach Angaben des palästinensischen Rettungsdiensts Roter Halbmond wurden dabei rund 150 Palästinenser verletzt, nachdem israelische Sicherheitskräfte Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse unmittelbar an und zum Teil offenbar auch in der Al-Aqsa-Moschee eingesetzt hatten, wie die Jerusalem Post berichtet.

Der Vorfall ereignete sich laut israelischer Polizei nach dem Ende der Morgengebete am zweiten Freitag des Fastenmonats Ramadan. Zuvor hatte laut israelischen Angaben eine kleine Gruppe von 100 Demonstranten Steine ​​und Holzstücke gesammelt, um jüdische Gläubige und israelische Sicherheitskräfte zu bewerfen. 300 Palästinenser wurden verhaftet. Zu dieser Zeit sollen sich rund 12.000 muslimische Gläubige auf und um den Tempelberg befunden haben.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Ma'an gab dagegen bekannt, dass die Gewalt am Freitag im Morgengrauen ausbrach, als israelische Besatzungstruppen die Al-Aqsa-Moschee durch das marokkanische Tor, auch bekannt als Mughrabi-Tor, überfielen und wahllos Schallbomben und Gummigeschosse auf die Gläubigen abfeuerten. Ein Sprecher der Agentur fügte hinzu, dass die israelischen Streitkräfte die Arbeit der Krankenwagen behinderten, die die Eingangstore der Moschee erreichten, und resümierte:

"Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Besatzungstruppen und Hunderten von jungen Männern, die in den Höfen von al-Aqsa stationiert waren." 

Diesen Darstellungen zufolge griffen die israelischen Spezialkräfte auch Sanitäter und Presseteams an, verfolgten sie in die Höfe der Al-Aqsa-Moschee und schlugen mehrere von ihnen. Der israelische Außenminister Yair Lapid kommentierte das Geschehen wie folgt:

"Die Gewalt, die heute Morgen auf dem Tempelberg ausgeübt wird, ist unverzeihlich und widerspricht jedem religiösen Glauben in Israel. [...] Wir bekennen uns zur Religionsfreiheit."

Berichten zufolge verurteilte das jordanische Außenministerium die Aktionen der israelischen Sicherheitskräfte auf dem Berg scharf und nannte es eine "schwerwiegende Verletzung" der Verantwortung Israels gegenüber dem Ort.

Das Büro des Leiters der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas sagte, dass Israel eine politische Meinungsverschiedenheit in einen Religionskrieg verwandle und die Verantwortung auf die israelische Aktion und die Polizei auf dem Berg schiebe.

Scheich Omar al-Kiswani von der Al-Aqsa-Moschee rief das palästinensische Volk auf, am Freitag zum Tempelberg zu kommen und ihn zu verteidigen, berichteten palästinensische Medien.

Hamas, PFLP und der Islamische Dschihad verurteilten den Angriff auf palästinensische Gläubige und forderten die Palästinenser überall auf, ihre "Verteidigung" von al-Aqsa zu unterstützen.

Der Sonderkoordinator der Vereinten Nationen für den Friedensprozess im Nahen Osten, Tor Wennesland, schrieb auf Twitter, er sei "zutiefst besorgt über die sich verschlechternde Sicherheitslage" auf dem Tempelberg. Er twitterte:

"Die Provokationen auf der Heiligen Esplanade müssen jetzt aufhören. Wenn man zulässt, dass die Spannungen weiter ansteigen, riskiert man nur eine weitere Eskalation."

Am Freitag fielen Ostern, Ramadan und das Pessach-Fest auf einen Tag, daher ist die Lage in der Stadt besonders angespannt. Dazu kommt, dass aufgrund der Corona-Situation erstmals seit 2019 seit 2020 wieder ausländische Gäste bei der christlichen Karfreitagsprozession dabei sein dürfen und die Stadt aus allen Nähten platzt.

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